Auf der wire & Tube hatten wir die Freude mit Dr. Kurt Eder, Präsident VOEDKM und Vize-Präsident IWCEA, zu sprechen. Dr. Eder begleitete sowohl die Anfänge der wire & Tube als auch die Geburtsstunde des internationalen Verbandes IWCEA – International Wire and Cable Exhibitors Association.
Zur Person
Dr. Eder ist CEO des Maschinebauunternehmens Eder Engineering GmbH. Die Firma wurde 1946, ursprünglich für die Produktion von Ziehwerkzeugen, zum Drahtziehen, und der Produktion von Kabeln gegründet. Das Unternehmen hat einen Exportanteil von 95 % in über 80 Länder der Welt. Bereits im zarten Alter von 6 Jahren ging er seinem Vater im Unternehmen zur Hand.
1988 gründete er den Verband der österreichischen Draht- und Kabelmaschinen-Hersteller VOEDKM.
„All diese österreichischen Firmen haben einen enorm hohen Exportanteil. Wir sind einander immer auf Flughäfen begegnet, aber wir haben nie zusammengewirkt. Das wollte ich ändern“, so Dr. Eder.
Der VOEDKM repräsentierte auf der Leitmesse in Düsseldorf aktuell 26 Unternehmen, die auch bei den internationalen wire Veranstaltungen dabei sind: Vom 21. bis 24. September 2026 in Shanghai, China und vom 30. November bis 2. Dezember 2026 in Mumbai, Indien.
Wie kam es zur Gründung des internationalen Verbandes?
Eder: „Die Idee Zusammenarbeit und Austausch zu fördern, was auch den Grundstein für den nationalen Verband legte, führte 1988 auch zur Gründung des internationalen Verbands IWCEA. Hier schließen sich nationale Verbände zusammen, während in den nationalen Verbänden die Unternehmen organisiert sind. Die Gründung des IWCEA ist dabei eng mit dem Werdegang der wire & Tube verbunden.“
Sie waren auch maßgeblich an der Entwicklung der wire & Tube beteiligt. Wie kam es dazu?
Eder: „Ursprünglich fand die Messe in Manchester, England statt. Von Manchester ging es dann nach London und anschließend nach Basel. Da die Bedienungen in Basel sich änderten und auch der Platzbedarf immer größer wurde, haben wir ein neues Messegelände gesucht. So kam schließlich Düsseldorf ins Spiel.
Dabei gab es eine entscheidende Phase: Ein externer Akteur versuchte, im Namen der Aussteller Einfluss auf die Messe zu nehmen. Für uns war klar, die Industrie selbst muss bestimmen, wo und wie ihre Leitmesse stattfindet. Gemeinsam mit Unternehmen aus Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich haben wir uns zusammengeschlossen und deutlich Position bezogen. Das war der Vorreiter des internationalen Verbandes. Die Messe Düsseldorf hat das verstanden und so wurde die wire & Tube 1986 in Düsseldorf etabliert. Seitdem arbeiten wir in enger und konstruktiver Partnerschaft zusammen. Das sind nun schon 40 Jahre.“
In welcher Verbindung stehen Sie mit dem IWCEA zur wire & Tube?
Eder: „Der internationale Verband war immer das Beratungsorgan der Messe. Dabei hatten wir auch stets eine gute Zusammenarbeit. Insbesondere damals noch zusammen mit Herrn Dr. Birkmann (ehemals WAFIOS-Vorstand) und Herrn Dr. Bartz (ehemals WAFIOS-Vorstand und Präsident IWCEA). Dr. Birkmann war der „Wall-Breaker“, ein echter Kämpfer und Dr. Bartz und ich haben die Wogen geglättet. Wir waren ein super Team.“
Was denken Sie macht die wire & Tube aus?
Eder: „Die wire und Tube ist definiert von der Qualität der Technologie der Firmen, die hier ausstellen. Ich sage oft scherzhaft: Wer nicht zur wire kommt, verpasst zwei Jahre technologischer Entwicklung. Die wire & Tube Düsseldorf hat ungefähr die Bedeutung wie Mekka für Muslims. Die Messe ist ein zentraler Ort, an dem man sich orientiert, vernetzt und weiterentwickelt. Hier wird sichtbar, wohin sich Technologien entwickeln und welche Lösungen künftig gefragt sind. Dass wir als Industrie, gemeinsam über den IWCEA, diesen Ort mit aufgebaut haben, erfüllt mich mit großer Freude und auch mit Stolz.“
Wenn Sie auf Ihre Zeit im Verband zurückblicken – woran erinnern Sie sich besonders gerne?
Eder: „Ich habe fast ausschließlich positive Erinnerungen. Besonders prägend waren die Zusammenarbeit und die Freundschaften, die entstanden sind. Menschen wie Dr. Gerhard Bartz haben den Verband und die Branche nachhaltig geprägt. Er war ein großartiger Jurist, der immer kompromissfähig war und souverän auch schwierige Zeiten manövriert hat. Solche Persönlichkeiten sind selten. Wir haben immer im Sinne der Industrie gehandelt: gemeinsam, partnerschaftlich und mit einem klaren Ziel vor Augen. Diese Harmonie ist bis heute eine große Stärke, speziell in einer geopolitisch, unsicherer gewordenen Welt!“

